Dezember 2015

«Ich bin froh, dass es die GEWA gibt»

Ein verlegenes Lächeln zeigt sich auf ihrem Gesicht, als ich ihr – etwas verfrüht – zum fünfzehnjährigen Dienstjubiläum gratuliere. Bescheiden nimmt Frau Amstutz meine Glückwünsche entgegen. Und dann gerät sie ins Erzählen, spricht von der Zeit, als sie in der GEWA angefangen und man gerade den Büroservice um vier Stellen aufgestockt hat, wie sie dann in die Buchhaltung gewechselt ist, Taggeldmeldungen bearbeitet und endlich ganz in die Mitarbeiteradministration gewechselt hat.

Vielseitige Aufgaben

Heute bereitet sie in der Weiterbildungsadministration Kurse vor, erfasst Anmeldungen, kontaktiert Referenten. Die Arbeit sei interessant und vielseitig, sagt Frau Amstutz, aber auch herausfordernd. So müsse man alles termingerecht erledigen, an alles denken, sowohl an das für den Kurs benötigte Material wie auch an den Kaffee für die Kursteilnehmer. Verschmitzt fügt sie noch an, dass ihr dabei, da sie nur morgens arbeite und die Kurse auch nachmittags stattfinden würden, manchmal ihre Chefin Frau Beurer helfen und am Abend das Schulungszimmer aufräumen würde.

Frau Amstutz hat die Verwaltungslehre in einem Notariats- und Advokaturbüro absolviert. Nachdem sie sechs Jahre im Büro eines Gartenbaubetriebes tätig gewesen ist, hat sie eine Stelle in einer Baufirma in Adelboden angenommen. Nach einem halben Jahr sei es nicht mehr gut gewesen so alleine da oben, und der Aufenthalt in einer Privatklinik sei unumgänglich gewesen. Auf den Klinikaufenthalt folgte eine "Lebensschule": betreutes Wohnen, Arbeiten, Leben.

Besondere Hobbies

Sie habe danach wieder nach Bern, aber nicht ins Büro zurückgewollt. Nach mehreren Jahren als Kinderbetreuerin und Haushaltshilfe findet Frau Amstutz auf Vermittlung des CEO Samuel Schmid Unterschlupf in der GEWA, wo sie wieder das ausüben kann, was sie gelernt hat. In diesem Zusammenhang fällt der Satz – „gut gibt es die GEWA!“. In einem anderen Büro, meint sie, würden ihr die Langsamkeit, die auftretenden Konzentrationsschwächen, die geringe Toleranz gegenüber Lärm wohl kaum nachgesehen.

Als ich ihr abschliessend noch die Frage stelle, ob sie einen unerfüllten Traum hege oder ein bestimmtes Ziel im Auge habe, das sie noch zu erreichen gedenke, verrät mir Frau Amstutz ein Geheimnis. Sie belegt einen Fernkurs im kreativen Schreiben. Auf die Nachfrage, was das für Geschichten seien, die sie da erfinde, antwortet sie mir Familien-, Liebesgeschichten. Aber sie sei erst bei Lernheft fünf – von sechsunddreissig. Und da ist sie wieder diese Verschmitztheit, und ich stelle mir vor, wie Frau Amstutz in Gedanken ihre Geschichten ausarbeitet, während sie auf dem Trampolin, das in ihrer Stube steht, Übungen macht.

Marianne Amstutz arbeitet bereits 15 Jahre in der GEWA und hat ihre Lieblingstätigkeit gefunden
Marianne Amstutz arbeitet bereits 15 Jahre in der GEWA und hat ihre Lieblingstätigkeit gefunden
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