Juli 2017

«In der GEWA konnte ich wieder Erfolge erleben»

Ich habe das Gymnasium besucht und eine Ausbildung zur Ergotherapeutin absolviert. Meine erste Stelle hatte ich in einer Abteilung für stationäre Geriatrische Rehabilitation. Das war ein sehr herausfordernder Job. Ich arbeitete 80% und hatte die Verantwortung für den Bereich Ergotherapie auf einer von vier Abteilungen. Ich liebte meinen Beruf, private Schicksalsschläge führten jedoch dazu, dass ich mich gesundheitlich immer mehr belastet fühlte. Ich wurde krank und musste eine Pause machen. Obwohl ich die Stelle hätte behalten können, entschied ich 2012 für mich, dass ich meine Tätigkeit mit der dazugehörigen Verantwortung nicht mehr angemessen leisten konnte. Ich kündigte und wendete mich schliesslich an die IV. Im 2013 konnte ich mit aufbauenden Arbeitstrainings in der Band-Genossenschaft in Bern starten. Dies machte möglich, es im 2014 nochmals als Ergotherapeutin in einem Altersheim zu versuchen. Aber leider verlief dies nicht erfolgreich. Einerseits fühlte ich mich im streng reglementierten Gesundheitssystem einfach nicht mehr wohl, andrerseits war meine gesundheitliches Befinden nicht so, dass ich längerfristig12 bis 14 Patienten am Tag adäquat hätte behandeln können.

Eine Auszeit auf der Alp

Ich brauchte Abstand von allem und entschied mich für einen Alpsommer. Diese Zeit brachte mir enorm viel. Ich bekam wieder Boden unter die Füsse, hatte mehr Zeit für mich und für meine Freunde. Gleichzeitig durfte ich ganz neue und wertvolle Arbeitserfahrungen machen. Um meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, arbeitete ich im 2015 auch im Service. Danach unternahm ich einen Versuch, im Pflegebereich Fuss zu fassen. Ich absolvierte die Ausbildung zur Pflegehelferin in einem Heim für Demenzkranke und arbeitete anschliessend auf einer Wohngruppe für körperlich und geistig mehrfachbehinderte erwachsene Menschen. Aber die Belastung war zu gross, ich musste wieder aufgeben.

Hauswirtschaft als neue Berufsperspektive

Mit Hilfe der IV fand ich im Sommer 2016 zur GEWA. Ich stieg in der Hauswirtschaft ein. Hier konnte ich dank der individuellen Begleitung nach den vielen Misserfolgen in diversen Positionen im Gesundheitswesen wieder Erfolge erleben. Ich übernahm u.a. die stellvertretende Leitung in der Lingerie der GEWA. Mir gefällt diese abwechslungsreiche Arbeit mit ihren konkreten Inhalten. So sehr, dass ich mich entschlossen habe, noch die Ausbildung zur Fachfrau Hauswirtschaft EFZ zu machen. Deshalb werde ich ab Mai in ein externes Hauwirtschafts-Praktikum in einem Alters- und Pflegeheim gehen. Mittlerweile habe ich einen guten Umgang mit meiner (noch) begrenzten Belastbarkeit gefunden und durfte erfahren, dass ich dennoch eine neue Richtung einschlagen kann. Jetzt freue ich mich auf alles, was noch kommt. Ich bin zuversichtlich, dass der neue Berufsweg ein Erfolg wird.

Katrin Zahnd (34): Arbeitet gerne mit und für Menschen
Katrin Zahnd (34): Arbeitet gerne mit und für Menschen
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