April 2016

«Ich fühlte mich ernst genommen und verstanden»

Die Frage, wohin ich beruflich möchte, war für mich, als ich im Herbst 2013 in die GEWA kam, sehr schwierig zu beantworten. Da war es gut, dass ich von hier aus verschiedene Schnuppereinsätze und Praktika machen konnte. Auch mein Job-Coach spielte eine grosse Rolle. Von ihm fühlte ich mich ernst genommen und verstanden. Ich schätzte auch seinen Humor und dass er Nägel mit Köpfen macht.

Durch Praktika wichtige Erfahrungen sammeln

Mir wird wegen der Fehlstellung eines Halswirbels häufig schwindlig. Dann werde ich müde und kann mich nicht mehr konzentrieren. Mein erstes längeres Praktikum lief darum gar nicht gut. Während dem zweiten in der Logistik eines Stahlgrosshändlers gab es dann nur noch langsame Abläufe ohne Zeitdruck. Mein Coach hatte es so mit dem Betrieb ausgehandelt. So machte mir die Arbeit wieder Freude. Zu meinem Glück entwickelte sich daraus eine Festanstellung in einem anderen Geschäftsbereich: Seit Anfang Jahr bin ich zu 60% als Hauswart angestellt. Der Job gefällt mir gut, er ist abwechslungsreich. Wir sind ein Zweierteam. Wir reparieren, machen, was gerade nötig ist. Die Zeit können wir selber einteilen. Und ich darf jederzeit Pause machen, die Leute sind über meine Beschwerden informiert.

Dankbar für die gesunden Jahre

Früher arbeitete ich als Freelance-Maler. Bis 2012 war ich immer gesund und voller Energie. Dann machte sich der Halswirbel erstmals bemerkbar: Ich verlor für Sekunden mein Augenlicht und Gehör. Das versetzte mich in Todesangst. Es folgten unzählige Untersuchungen, psychische und körperliche Diagnosen, Versuche mit Medikamenten und Atemtechniken, schliesslich eine Operation. Trotzdem sind die Beschwerden bis heute nicht verschwunden, es kamen sogar neue dazu. Ich sehe das Ganze als Prüfung. Manchmal hadere ich schon mit Gott. Aber es ist nichts selbstverständlich und ich bin auch dankbar für die vielen gesunden Jahre, die ich hatte. Zum Glück habe ich mir damals viele Träume erfüllt. Ich war jahrelang immer drei Monate lang irgendwo auf der Welt unterwegs. Darauf kann ich mich heute abstützen. Es lohnt sich, richtig zu leben.

Alfred Berger (55) hat wieder Freude an seiner Arbeit.
Alfred Berger (55) hat wieder Freude an seiner Arbeit.
empty