«Ich gebe nie auf»

Fast wäre ich Profifussballer geworden. Mit 15 Jahren spielte ich Erstliga und kam in ein Auswahlverfahren für den Profifussballbereich. Doch dann bekam ich die Diagnose Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin). Ich musste meine Lehre als Metallbauer abbrechen und ein lange Phase mit Chemotherapie auf mich nehmen. Danach war ich mehr oder weniger geheilt. Ich machte noch eine Lehre als Anlagen- und Apparatebauer und konnte voll ins Berufsleben einsteigen. Über 20 Jahre lang ging dies gut.

Die Krankheit kam zurück

Bis ich immer mehr Mühe mit dem Atmen bekam. Bald war den Ärzten auch klar, weshalb. Meine Lunge war vernarbt, als Folge der hochdosierten Chemotherapie mit anschliessender Stammzellentransplantation, die ich mit 17 Jahren bekam. Ich musste mich mit einer neuen Diagnose abfinden: Lungenfibrose, unheilbar. Durch die Vernarbungen verliert die Lunge ihre Elastizität und kann nicht mehr richtig arbeiten. Es kommt weniger Sauerstoff ins Blut. Deshalb bekam ich immer weniger Schnauf und konnte weniger leisten. Das war vor knapp drei Jahren.

Für mich brach eine Welt zusammen

Damals hatte ich gerade eine neue Stelle und war noch in der Probezeit. Ich sagte es dem Arbeitgeber und dieser löste das Arbeitsverhältnis sofort auf. Für mich war das eine Katastrophe. Ich konnte und wollte diesen erneuten Rückfall nicht akzeptieren. Trotzdem blieb mir nichts anderes übrig, als mich bei der IV anzumelden. Diverse Eingliederungsmassnahmen scheiterten, seit Januar 2018 bekomme ich eine Rente.

Mit der richtigen Einstellung das Schlimmste überwinden

Arbeit ist für mich lebensnotwendig. Ich bin froh, dass ich diese in der GEWA im E-Bike Shop gefunden habe. Es tut mir gut, zu spüren, dass in der GEWA der Mensch zählt. Das gibt mir Kraft und die Zuversicht, irgendwann wieder im normalen Arbeitsmarkt Fuss fassen zu können.

Was ist mein Lebensmotto? Ich sage mir, ich bin zwar geschwächt, aber mit meiner inneren Motivation, meinem Lebenswillen und meiner Kraft kann ich alles schaffen. Ich vertraue auf meine Selbstheilungskräfte. Es ist mir egal, wenn die Ärzte dies anders sehen.

Stephan Hert (40) bleibt Optimist
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