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Möchten Sie die GEWA näher kennelernen?

Diesen Donnerstag 14. Mai um 11:00 gewähren wir einen Blick hinter die Kulissen.

Die GEWA bietet mit ihrem Angebot neue Perspektiven. Im Webinar beantworten wir folgende Fragen:

  • Was verbindet aufbereitete Laptops, Depressionen und ein Mahlzeitendienst mit der GEWA?
  • Warum braucht es soziale Institutionen?
  • Welchen Tätigkeiten können Menschen, die psychisch herausgefordert sind in der GEWA nachgehen?

Zudem erzählt ein junger, psychisch herausgeforderter Mensch von seinem Alltag in der GEWA.

Wir freuen uns auf Sie.

 

Das richtige Mass gefunden

Überforderung, Zusammenbruch, Lehrabbruch, Klinikaufenthalt, Arbeitslosigkeit: Joëlle erlebte auf die harte Tour, was es bedeutet, ohne es zu wissen unter dem Asperger-Syndrom zu leiden. Der Diagnose sei Dank, hat sie Zuspruch auf eine IV-Rente, die es ihr ermöglicht, Teilzeit zu arbeiten. Nach eineinhalb Jahren an einem angepassten Arbeitsplatz bei der GEWA, wird sie nun im ersten Arbeitsmarkt wieder Fuss fassen.  

Joëlle denkt und arbeitet schneller als andere. Ihre rasche Auffassungsgabe, ihr gutes Erinnerungsvermögen und ihre effiziente Arbeitsweise sind auf das ihr diagnostizierte Asperger-Syndrom zurückzuführen – eine Variante der Autismus Spektrum Störung (ASS). Was andere in einem Tag erledigen, schafft sie an einem Vormittag. Das bedeutet allerdings auch, dass sie bereits am Mittag entsprechend erschöpft ist.     

Bis zur Erschöpfung 

Das musste Joëlle während ihrer ersten Lehre schmerzhaft erfahren. Regelmässig liess sie das Mittagessen aus, um sich in dieser Zeit hinzulegen und sich vom Vormittag zu erholen. Das 100%-Pensum ihrer KV-Lehrstelle überforderte sie und sie erlitt einen Zusammenbruch. Ein ganzes Jahr verbrachte sie aufgrund einer Erschöpfungsdepression in der Klinik – die Lehre brach sie ab. Erst zu diesem Zeitpunkt, im Alter von 16 Jahren, wurde bei ihr das Asperger-Syndrom diagnostiziert. Plötzlich verstanden sie und ihre Eltern so einiges, viele Verhaltensformen ergaben plötzlich mehr Sinn. Die dadurch zugesprochene IV-Rente ermöglichte ihr einen zweiten Versuch im Berufsleben. In einem 80%-Pensum startete Joëlle zum zweiten Mal eine KV-Lehre im ersten Arbeitsmarkt und schloss diese erfolgreich ab.  

Doch leider konnte ihr Lehrbetrieb den Arbeitsvertrag nach Abschluss nur um drei Monate verlängern. Auf der Suche nach einer Anstellung machte ihr Corona einen Strich durch die Rechnung. Der Arbeitsmarkt war gesättigt, das Finden einer Stelle im Teilzeitpensum unmöglich. «Zu wenig Arbeitserfahrung» wurde oft als Grund genannt. Schliesslich meldete sich Joëlle beim RAV an. Ein Bewerbungstraining und ein Praktikum später war sie kaufmännisch wieder auf dem neusten Stand. Nun sollte es vorwärts gehen.  

Endlich bergauf  

Ein Bekannter ihrer Mutter erfuhr von Joëlles Situation und machte sie darauf aufmerksam, dass sie sich mit einer IV-Rente bei der GEWA bewerben könne. Ein guter Tipp: Im Sommer 2020 trat Joëlle in der Personalabteilung der GEWA ihre neue Stelle an. Obwohl sie sich in der Buchhaltung am wohlsten fühlt, hat ihr auch die Arbeit im Personalwesen Spass gemacht. Nach eineinhalb Jahren an einem angepassten Arbeitsplatz fühlt sich Joëlle nun wieder bereit, im ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Auch ihre Teamleitenden sehen das so. Sie haben Joëlle ermutigt, sich nach einer neuen Stelle umzusehen, die sie wieder mehr fordert. Auch wenn ihr das Team in Zollikofen fehlen wird, freut sich Joëlle, den momentan zweistündigen Arbeitsweg gegen eine zehnminütige Velofahrt einzutauschen und das 50%-Pensum so auf die Woche zu verteilen, dass sie sich ihre Energie gut einteilen kann.    


Joelle unterstützte in der GEWA die Personalabteilung.


Unsere Lehrstellen

Die GEWA bietet in Zusammenarbeit mit der IV Ausbildungen in verschiedenen Berufsfeldern an.