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Möchten Sie die GEWA näher kennelernen?

Diesen Donnerstag 14. Mai um 11:00 gewähren wir einen Blick hinter die Kulissen.

Die GEWA bietet mit ihrem Angebot neue Perspektiven. Im Webinar beantworten wir folgende Fragen:

  • Was verbindet aufbereitete Laptops, Depressionen und ein Mahlzeitendienst mit der GEWA?
  • Warum braucht es soziale Institutionen?
  • Welchen Tätigkeiten können Menschen, die psychisch herausgefordert sind in der GEWA nachgehen?

Zudem erzählt ein junger, psychisch herausgeforderter Mensch von seinem Alltag in der GEWA.

Wir freuen uns auf Sie.

 

«Ich habe mich seit Langem wieder am richtigen Ort gefühlt»

Martin Reithmeier ist ein bekanntes Gesicht im Multimediabetrieb der GEWA in Schönbühl. Der 56-jährige Vater von vier Kindern arbeitet an einem angepassten Arbeitsplatz. Nach einem Jobverlust kurz nach seinem Ingenieur-Studium verliert Martin den Boden unter den Füssen. Heute schaut er stolz auf seine 10-jährige Tätigkeit in der GEWA zurück.

Martin Reithmeier ist leidenschaftlicher Dartspieler. Seine Vereinstätigkeit hat ihm zu Corona Zeiten besonders gefehlt. Deshalb wendet er sich, wann immer möglich, seinem zweiten grossen Hobby zu: Er sammelt Fossilien und Bergkristalle. Divers wie seine Freizeitbeschäftigungen ist auch Martins Werdegang. Kurz nach seinem Elektrotechnik Studium wurde er von seinem damaligen Arbeitgeber angestellt und konnte so erstmals in die Ingenieurs-Welt eintauchen. Ambitioniert und wissbegierig wollte sich Martin spezialisieren und schrieb sich wenig später für ein Nachdiplomstudium als Softwareingenieur ein. So einfach wie sein erstes Studium gelang es ihm jedoch dieses Mal nicht mehr. Mehrmals ist Martin durch die Prüfungen gefallen. Sein Zustand machte ihm zu schaffen und er suchte Antworten. Dabei kam er das erste Mal in Kontakt mit der Diagnose ADHS bei Erwachsenen und hat sich, auf Anraten eines Arbeitskollegen, anschliessend professionelle Hilfe geholt.

«Die Aufgabe als Vater hat mir Halt gegeben»

Auch dem damaligen Arbeitgeber fiel Martins Unkonzentriertheit auf. Die Arbeit im Grossraumbüro machte Martin zu schaffen. «Die Abgrenzung hat mir gefehlt», so Martin. Als sein Arbeitgeber ihn bat, sich nach einem neuen Job umzuschauen, war Martin vor den Kopf gestossen. Nichtsdestotrotz hat er seinen Nachfolger gewissenhaft eingearbeitet. «Ich gebe gerne Wissen weiter», sagt Martin.

Über einen Zwischenverdiensteinsatz, vorerst als Bademeister, erhielt Martin die Gelegenheit, ein veraltetes Kassensystem der Badeanstalt zu überarbeiten und ein neues Programm zu entwickeln. Als Softwareingenieur haben ihn solche Arbeiten schon immer fasziniert. Als Selbständiger wagte sich Martin an das Projekt und arbeitete sich gewissenhaft in die Materie ein. Doch Martin hatte sich verkalkuliert. Die aufgetretenen technischen Probleme wurden grösser und die Zeit knapper. Der Druck stieg. Irgendwann hat Martin vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr gesehen. «Ich habe eine innere Leere gefühlt und viel Geld verloren», so Martin. Das Projekt konnte er nicht fertigstellen.

In dieser Zeit hatte Martin mit suizidalen Gedanken zu kämpfen, die sein Psychiater ernst nahm und ihn in eine Klinik einwies. Während dem 12-wöchigen Aufenthalt war vor allem seine Familie eine wichtige Stütze: «Die Aufgabe als Vater hat mir in dieser Zeit viel Halt gegeben», sagt Martin. Bald fasste Martin wieder Mut. Nach der Anmeldung bei der Invalidenversicherung nahm er für die berufliche Integration an einem Programm teil. Zwei missglückte Einsätze später wurde der Softwareingenieur schliesslich an die GEWA weitervermittelt.


Martin Reithmeier feiert dieses Jahr sein 10-Jahre Jubiläum bei der GEWA.
Martin Reithmeier feiert dieses Jahr sein 10-Jahre Jubiläum bei der GEWA.

Seit Dezember 2011 arbeitet Martin bei GEWA Multimedia, damals noch an der Alpenstrasse 58 in Zollikofen. Die GEWA hat Martin wieder beruflich Perspektiven gegeben: «Ich habe mich seit Langem wieder am richtigen Ort gefühlt», so Martin. Seit Tag eins schätzt Martin die Offenheit der GEWA sowie die Unterstützung durch seinen Job Coach.

In den zehn Jahren hat Martin die GEWA Multimedia stark mitgeprägt: Unter anderem arbeitete er sich in das System der automatischen Datenerfassung ein, welches ursprünglich von zwei Zivildienstleistenden entwickelt wurde. «So konnten wir das Know-How intern beibehalten und sind nicht mehr von externen Stellen abhängig», sagt Martin. Mittlerweile ist Martin für die Datenlöschung sowie die Neuaufsetzung der Geräte verantwortlich. «Ich führe heute selbst Personen in Eingliederungsmassnahmen in die Arbeiten ein und betreue diese» so Martin stolz. Er hilft auch, wenn es technische Probleme gibt.

Martin fühlt sich wohl am angepassten Arbeitsplatz und wird als Teammitglied geschätzt. Trotzdem wünscht er sich, eine Chance für ein Praktikum im 1. Arbeitsmarkt zu erhalten. «Eine Einsatzmöglichkeit war Corona-bedingt bisher nicht möglich, da es keine Betreuungsmöglichkeit im Homeoffice gibt». Durch die Unterstützung seines GEWA Jobcoaches Andy Gygli hofft er trotzdem weiterhin, dass sich in naher Zukunft eine Gelegenheit ergibt.


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