Depression

Wie es sich anfühlt

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Wir alle kennen Phasen im Leben mit guter und weniger guter Stimmung. Oft haben wir Gründe, uns schlecht zu fühlen, z. B. durch einschneidende Lebensereignisse wie Krankheit oder den Verlust eines geliebten Menschen, durch Konflikte am Arbeitsplatz oder finanzielle Probleme. Hält ein solches Stimmungstief aber über Tage und Wochen an, dann könnte sich eine Depression entwickeln.

Es fällt immer schwerer, den Alltag zu bewältigen. Die Krankheit legt sich über alles, bestimmt jeden Gedanken, jedes Gefühl, jede Sinneswahrnehmung.

Für Aussenstehende ist es oft schwer, sich vorzustellen, was bei einer Depression passiert. Und für Betroffene ist es schwer, ihr Leiden zu beschreiben. Oft fehlen die richtigen Worte - Worte, die das begreifbar machen, was man gerade durchmacht.

Brittany Ernsberger, eine Frau aus den USA, hat genau dies versucht. Mit einem einfachen Facebook-Post. Sie veröffentlichte ein Bild, ein alltägliches, beim ersten Hinsehen belangloses Foto aus ihrer Küche. Doch zusammen mit dem Text, den sie dazu schreibt, ergibt sich ein Bild von ihrem Leiden, welches offensichtlich viele bewegt. Ihr Post wurde hunderttausendfach geteilt. Viele Menschen finden sich in dem, was Brittany schreibt, wieder.


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«So sehen Depressionen aus»

(Quelle: Watson, 17. Juli 2019)

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Sibylle Glauser ist Psychologin und Präsidentin des Netzwerks Angehörigenarbeit Psychiatrie (NAP). Sie leitet die Angehörigenberatung der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) und ist Mitglied des Careteams des Kantons Bern, das notfallpsychologische Unterstützung leistet.

Depression und Angehörige

Vor welchen Herausforderungen stehen Angehörige von psychisch erkrankten Menschen?

Angehörige sind da, wenn alle Netze reissen. In der Angehörigenberatung beschreiben mir Angehörige Gefühle von Einsamkeit und sozialer Isolation, von Hilflosigkeit und Ohnmacht, sie sprechen über Schuldgefühle, Trauer, Wut und Enttäuschung.

 

Sind Sie Angehöriger eines psychisch erkrankten Menschen? Hier finden Sie Unterstützung:

Universitäre Psychiatrische Dienste Bern (UPD), Angehörigenberatung der UPD
Murtenstrasse 46, 3008 Bern
T 031 632 47 06
www.upd.ch

VASK Vereinigung der Angehörigen von psychisch kranken Menschen
www.vask.ch

NAP Netzwerk Angehörigenarbeit Psychiatrie
www.angehoerige.ch


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Lesen Sie zu diesem Thema Erfahrungsberichte in unserem Magazin gewagt (Ausgabe 34):

(Mit)betroffen
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