Die Auswanderer

«Äs isch haut nüm so gmüetlech», entschuldigt sich Alfred Krebs bei der Begrüssung am Schaufelweg 29 in Schliern bei Köniz. Das Ehepaar Krebs wandert aus. Auf sie wartet ein neues Leben in der Dominikanischen Republik. In ein paar Tagen muss die Wohnung leer und alles blitzblank gereinigt sein. Die GEWA kümmert sich darum: Um 9.00 Uhr kommt das Team der BärnerBrocki und sichtet den Hausrat. Was nicht verkauft werden kann wird fachgerecht entsorgt und «die Auswanderer» müssen sich um nichts kümmern. Auch nicht um die Endreinigung und Wohnungsabgabe - diese wird vom GEWA Liegenschaftsservice erledigt.

Am 2. November 2015  ist es soweit: Abflugtermin nach Santiago de los Caballeros, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und mit etwa 1,3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Dominikanischen Republik. Traurige Gefühle, Abschiedsschmerz? «Nein, nein», lacht Frau Krebs, «klar, es fängt etwas Neues an, aber, wir haben uns diesen Schritt gut überlegt, die Freude überwiegt». Umso mehr, als in Santiago de los Caballeros bereits Tochter, Enkelkind und Schwiegersohn warten.

Ältere und jüngere Generation haben sich in der Karibik gemeinsam ein Haus gekauft und renoviert. Die Tochter betreibt ein Foto-, der Schwiegersohn ein Tonstudio. Eine kreative und lebendige Umgebung erhoffen sich der 61-jährige und frühpensionierte Elektro-Material-Fachmann und die 57-jährige Pfleghelferin. Einige Abschiedsfeiern im familiären Kreis wird’s schon noch geben – aber – so lächelt Alfred Krebs, «der Sohn mit Familie kommt vielleicht in ein paar Jahren nach, wer weiss».

Wenige Tage vor dem «dominikanischen» Leben: Familie Krebs bei der Räumung ihrer Wohnung.
Wenige Tage vor dem «dominikanischen» Leben: Familie Krebs bei der Räumung ihrer Wohnung.
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