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Möchten Sie die GEWA näher kennelernen?

Diesen Donnerstag 14. Mai um 11:00 gewähren wir einen Blick hinter die Kulissen.

Die GEWA bietet mit ihrem Angebot neue Perspektiven. Im Webinar beantworten wir folgende Fragen:

  • Was verbindet aufbereitete Laptops, Depressionen und ein Mahlzeitendienst mit der GEWA?
  • Warum braucht es soziale Institutionen?
  • Welchen Tätigkeiten können Menschen, die psychisch herausgefordert sind in der GEWA nachgehen?

Zudem erzählt ein junger, psychisch herausgeforderter Mensch von seinem Alltag in der GEWA.

Wir freuen uns auf Sie.

 

Eine Weiterbildung, die weitergeht

«Recovery College Bern» steht für innovative Kurse rund um die psychische Gesundheit. Innovativ, weil sie gemeinsam von Personen mit eigenen Krankheitserfahrungen und Fachpersonen entwickelt und durchgeführt werden. Das ermöglicht einen Austausch auf Augenhöhe über persönliche Erfahrungen und fördert die Entwicklung individueller Strategien. Nataly, eine Expertin aus Erfahrung, erzählt, wieso dieses Angebot notwendig ist.

Nataly weiss, was es bedeutet, wenn die eigene Welt ein Scherbenhaufen ist. Seit sie zwölf Jahre alt ist, ist sie mit psychischen Herausforderungen konfrontiert. Ihr Leben ist geprägt von traumatischen Erfahrungen. In ihrem mehrwöchigen Klinikaufenthalt vor zwei Jahren wurden ihr Depressionen und eine Borderline Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Heute will sie Menschen mit psychischen Herausforderungen Hoffnung schenken. Bereits während ihres eigenen Klinikaufenthalts startete sie zusammen mit zwei Freundinnen einen Instagram-Account zum Thema Borderline. Der Account sollte Mut machen. Und das ist auch heute mit ihrer Arbeit fürs Recovery College Bern (RCB) ihr Anliegen: 

«Ich möchte zeigen, dass man trotz Hürden, Rückschlägen und Schwierigkeiten ein für sich lebenswertes und glückliches Leben führen kann.»

Von Betroffenen für Betroffene ist die Idee des Recovery Colleges. Ehemalige Patienten sollen als Genesungsbegleitende Hoffnung geben und das Fachpersonal sensibilisieren. Eine Bekannte von Nataly, die bereits länger im RCB involviert war und Natalys Instagram-Account kannte, holte sie schliesslich ins Team. Seither ist Nataly in einer Co-Leitung zuständig für den Instagram- und Facebook-Account des RCB und Teil des RCB Kernteams. Gemeinsam mit einer Fachperson bietet sie mittlerweile auch Kurse an, beispielsweise über den Einfluss von Social Media auf die psychische Gesundheit.

Seit zwei Jahren gibt es das innovative Bildungsangebot der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD). Es reicht vom dreistündigen Kurs am Samstag Nachmittag bis hin zu mehrteiligen Kursen verteilt auf mehrere Wochen. Die Kurse haben Workshop-Charakter, es sollen Lern- und Austauschräume entstehen, in denen sich die Teilnehmenden wohlfühlen und die sie dabei unterstützen, ihre Fragen- und Problemstellungen rund um Themen der psychischen Gesundheit und einer selbstbestimmten Lebensführung individuell zu bearbeiten. Einer der Gründe, weshalb Nataly begeistert ist vom Angebot.

Das Angebot wird laufend ergänzt und der Nachfrage angepasst und die Rückmeldungen seien durchwegs positiv: «Es entstehen immer wieder gute Gespräche während der Kurse. Sie bieten den geschützten Rahmen, um persönliche Erfahrungen miteinzubringen ohne zu tabuisieren. Die Teilnehmenden schätzen es, in einem vertraulichen Rahmen mit unbeteiligten Menschen über die eigenen Schwierigkeiten zu sprechen». Die Mischung aus tabulosem Erfahrungsaustausch und praktischen Tipps sowohl von Fachpersonen als auch von Experten aus Erfahrung stösst auf eine grosse Nachfrage. «Auch auf dem Instagram-Account erreichen uns viele Fragen. Das zeigt, wie beliebt und notwendig das Angebot ist», so Nataly.


Nataly in der Modeabteilung der Bärner Brocki.
Nataly in der Modeabteilung der Bärner Brocki.


Recovery College Bern – Bildungsangebote für Krisenerfahrene, Fachpersonen, Angehörige und Interessierte

Die Kurse werden in einer Co-Produktion jeweils von einer Expert:in mit Krisen- und Genesungserfahrungen und einer Expert:in mit beruflicher Erfahrung im Fachbereich der psychischen Gesundheit entwickelt und durchgeführt. Der persönliche Austausch steht im Vordergrund, das Voneinander lernen und das Finden von individuellen Strategien, die das eigene Wohlbefinden steigern. Die Kurse sollen den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, von den Erfahrungen anderer Betroffener zu lernen und über ihre eigenen Hoffnungen und Wünsche nachzudenken.