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Möchten Sie die GEWA näher kennelernen?

Diesen Donnerstag 14. Mai um 11:00 gewähren wir einen Blick hinter die Kulissen.

Die GEWA bietet mit ihrem Angebot neue Perspektiven. Im Webinar beantworten wir folgende Fragen:

  • Was verbindet aufbereitete Laptops, Depressionen und ein Mahlzeitendienst mit der GEWA?
  • Warum braucht es soziale Institutionen?
  • Welchen Tätigkeiten können Menschen, die psychisch herausgefordert sind in der GEWA nachgehen?

Zudem erzählt ein junger, psychisch herausgeforderter Mensch von seinem Alltag in der GEWA.

Wir freuen uns auf Sie.

 

«Äs isch wi Heicho»

Tanya Karrer arbeitet seit Sommer 2020 als Teamleiterin Service im Restaurant Esperanza in Zollikofen. Im Interview erzählt sie, woher sie kommt, was sie an ihrem Job mag und motiviert und wie sie die GEWA-Kultur erlebt.

Tanya, welchen beruflichen Hintergrund hast du?

Ich komme ursprünglich aus dem kaufmännischen Bereich. Als Erstausbildung habe ich eine KV-Lehre absolviert. Schon damals hatte ich eine Affinität zur Gastronomie. Deshalb besuchte ich nach der Lehre noch die Hotelfachschule. Im Rahmen eines Führungspraktikums kam ich ins Psychiatriezentrum Münsingen. Dort arbeitete ich sechs Monate in der Restauration und durfte unter anderem viele interessante Projekte und Anlässe mitgestalten. Nach dem Diplom nahm ich eine Stelle als Stellvertretende Leiterin Restauration an. Daraus wurden dann 7 Jahre.

Im Psychiatriezentrum Münsingen hatte ich zum ersten Mal Kontakt mit psychisch herausgeforderten Menschen. In sogenannt geschützten Werkstätten mit einem niederschwelligen Arbeitsangebot konnten die Patientinnen und Patienten im Betrieb mitarbeiten. Zum Beispiel im Büroservice, dort werden auch für die Gastronomie administrative Arbeiten ausgeführt wie Menükarten gestalten usw. Bei diesen Tätigkeiten war ich in engem Austausch mit den Werkstattleitenden und den Patientinnen und Patienten. Diese Zusammenarbeit hat mich sehr angesprochen und erfüllt, ich wusste von diesem Moment an, dass ich agogisch arbeiten möchte.

Eine Stelle in der Gastronomie mit sozialem Hintergrund, das passt für mich. Nach Münsingen habe ich noch 3 Jahre in der Gastronomie der Siloah AG in Gümligen gearbeitet. Im Sommer 2020 nahm ich dann die Stelle als Teamleiterin Service im Restaurant Esperanza an.

Was sind deine Aufgaben?

Ich habe die Teamleitung für das Restaurant Esperanza und bin für die Tagesleitung im Service zuständig. Zudem bin ich Ansprechperson für meine Mitarbeitenden sowie für interne und externe Kundinnen und Kunden. Ich nehme u.a. Bestellungen und Reservationen entgegen und sorge für einen reibungslosen Ablauf der stattfindenden Kurse und Seminare. Ich erstelle die Arbeits- und Förderplanung für die mir unterstellten Mitarbeitenden etc. Da ich eine kaufmännische Grundausbildung habe, kann ich meine Fähigkeiten auch oft in administrativen Aufgaben für das Restaurant einsetzen. Somit ist mein Job sehr abwechslungsreich und ich bin mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt.

Welche Personen betreust du?

Im Moment arbeiten im Restaurant vor allem Menschen an einem angepassten Arbeitsplatz. Personen in Eingliederungsprogrammen der Invalidenversicherung waren seit meinem Start im Sommer noch nicht viele im Einsatz. Ich betreue auch einen Lehrling, der in der GEWA die «Praktische Ausbildung nach INSOS» im Service absolviert. Es ist ein sehr motivierter junger Mann. Nach erfolgreichem Abschluss kann er ins Arbeitsleben eintreten und seinen erlernten Beruf im ersten oder zweiten Arbeitsmarkt ausüben oder allenfalls noch eine EBA- oder EFZ-Lehre beginnen.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden an einem angepassten Arbeitsplatz?

Meine Leute sind sehr selbständig und kennen die Abläufe. Meine Aufgabe ist es vor allem, zu koordinieren und beispielswiese für einen funktionierenden Mittagsservice zu sorgen. Dazu gehört auch, dass wir die Schnittstelle zur Küche gut managen. Jeder und jede muss genau wissen, was er oder sie zu tun hat.

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Tanya Karrer arbeitet seit Sommer 2020 als Teamleiterin Service im Restaurant Esperanza in Zollikofen.



Ich mache mir sehr viele Gedanken zu den Menschen. Stimmt es für meine Mitarbeitenden, haben sie genug oder zu wenig zu tun, sind sie allenfalls überfordert oder unterfordert, welche Arbeit gebe ich ihnen. Das ist manchmal nicht einfach und es gilt, die goldene Mitte zu finden.

Mit den Mitarbeitenden führe ich regelmässige Monatsgespräche. Natürlich sprechen wir auch sonst miteinander. Aber einmal im Monat sollen sie die Gelegenheit und den Raum haben, sich ausführlich zu äussern. Ich möchte, dass sie in ihrem Aufgabenbereich Verantwortung übernehmen können und sich bei der Arbeit wertgeschätzt und wohl fühlen.

Was motiviert dich bei deiner Arbeit?

Die Zusammenarbeit mit meinen Mitarbeitenden und den Kundinnen und Kunden. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Ich kann alles, was ich gelernt habe, anwenden. Sowohl meine kaufmännischen Kenntnisse als auch meine Kenntnisse und Erfahrungen aus der Gastronomie. Trotzdem lerne ich jeden Tag noch etwas dazu. Ich liebe und lebe die Gastfreundschaft.

Wie erlebst du die GEWA Unternehmenskultur?

Ich habe mich in der GEWA vom ersten Tag an sehr wohl gefühlt. Wie zu Hause. Das hatte ich bisher noch bei keiner anderen Stelle. Dazu muss ich eine kleine Begebenheit erzählen: Seit zwei Jahren arbeite ich im Sommer jeweils für eine Woche bei einer Bergbauernfamilie mit vier Kindern. Bei diesen Menschen spielen die Tradition und das Brauchtum eine grosse Rolle. Bei einem Jodelevent hörte ich das Lied von Francine Jordi mit dem Titel «Äs isch wie Heicho» mit der Band «Heimweh». Als ich nach den Ferien wieder zur Arbeit fuhr, hatte ich genau dieses Gefühl: «Äs isch wie Heicho». So fühlt es sich an, wieder in der GEWA zu arbeiten.

Gewährst du uns zum Schluss noch einen Blick in dein Privatleben?

Sicher. Ich wohne in Worb. Ein wenig in der Höhe Richtung Enggistein. Dort lebe ich mit meinem Freund in einem alten renovierten Bauernhof. Für mich ist die Natur und die Bewegung sehr wichtig. Im Winter mache ich Langlauf, im Sommer gehe ich wandern und Velofahren. Auch Yoga gehöret zu meinem Freizeitrepertoire. Zudem singe ich auch sehr gerne. Ich halte immer die Augen offen für eine Möglichkeit, wieder in einem Chor mitzusingen.

 

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